Januar 07, 2021

CBD - Erklärung & Wirkung

CBD steht für Cannabidiol. Es handelt sich hierbei um ein Phytocannabinoid aus der Hanfpflanze (Cannabis sativa).

Wofür steht CBD?
CBD steht für Cannabidiol. Es handelt sich hierbei um ein Phytocannabinoid aus der Hanfpflanze (Cannabis sativa). Es war der israelische Cannabis-Forscher Raphael Mechoulam, der CBD erstmals synthetisierte.


Was ist der Unterschied zwischen CBD und THC?
Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) sind die bekanntesten Phytocannabinoide aus der Hanfpflanze. Insgesamt finden sich mehr als 100 verschiedene dieser charakteristischen Wirkstoffe. Der größte Unterschied zwischen den beiden Phytocannabinoiden ist, dass THC psychoaktiv wirkt, also den bekannten „Rausch“ (High) auslösen kann. Hingegen entfaltet CBD keine psychoaktive Wirkung.



Was ist CBDA?
Wie alle Cannabinoide liegt CBD in der Cannabis-Pflanze hauptsächlich als Säure (Acid) vor. Es handelt sich hierbei also um eine Vorstufe von CBD, weshalb ein A hinter CBD gesetzt wird (CBDA). Durch Erhitzung wandelt sich das inaktive CBDA dann in das aktive CBD um. 


CBD und das Endocannabinoid-System
Das Endocannabinoid-System bildet einen Teil des Nervensystems und umfasst unter anderem die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2. Die CB1-Rezeptoren befinden sich hauptsächlich auf den Nervenzellen im Gehirn sowie im Rückenmark. Aber auch in Teilen des Magen-Darm-Traktes, dem Herzen und den Blutgefäßen konnten CB1-Rezeptoren nachgewiesen werden. Hingegen liegen die CB2-Rezeptoren vor allem auf den Zellen des Immunsystems, wie zum Beispiel auf den weißen Blutkörperchen. Zudem befinden sich die CB2-Rezeptoren ebenso auf den Zellen, die am Knochenaufbau und -abbau beteiligt sind. Cannabidiol (CBD) bindet im menschlichen Körper an die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 agonistisch*. Allerdings kann es die Aktivität der Rezeptoren auch blockieren dieser Mechanismus ist jedoch noch ungeklärt. Darüber hinaus wirkt CBD ebenso als Antagonist am G-Protein-gekoppelten Rezeptor GPR55. Dessen physiologische Rolle ist jedoch noch nicht hinreichend erforscht.


*Agonistisch bedeutet „in gleicher Richtung wirkend“ oder auch als „Mitspieler wirkend“.


Wirkung von THC und CBD
THC bindet gut an die CB1-Cannabinoid-Rezeptoren. Wenn diese Verbindung auftritt, aktiviert das psychoaktive Cannabinoid die CB1-Rezeptoren oder stimuliert sie. Aufgrund dessen wird das Cannabinoid auch als CB1-Rezeptor-Agonist bezeichnet.


THC imitiert teilweise das (körpereigene) Endocannabinoid Anandamid, welches ebenfalls CB1-Rezeptoren aktiviert. Tierstudien haben gezeigt, dass Anandamid den Appetit steigern und die empfundene Freude beim Verzehr von Lebensmitteln erhöhen kann. Außerdem spielt es eine Rolle bei der Erinnerungsfähigkeit, der Motivation und der Schmerzempfindung.


CBD besitzt dagegen eine niedrige Bindungsaffinität für CB1-Rezeptoren. Es ist als ein Antagonist von CB1-Agonisten kategorisiert. Das bedeutet, dass es nicht direkt wirkt, um CB1-Rezeptoren zu aktivieren oder zu unterdrücken. Vielmehr unterbindet es die CB1-aktivierenden Eigenschaften eines Cannabinoids wie THC.


Bei gleichzeitiger Einnahme beider Cannabinoide stimuliert THC die CB1-Rezeptoren direkt, während CBD eine Art modulierenden Einfluss auf das THC hat. CBD reduziert oder „antagonisiert“ die Fähigkeit von THC, CB1-Rezeptoren zu stimulieren. Dies kann einige der Effekte des psychoaktiven Cannabinoids verringern, insbesondere negative Wirkungen auf die Psyche - wie Angst und kurzfristige Gedächtnisstörungen. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass Cannabidiol die berauschende Wirkung des THC lindern kann.


Therapeutischer Nutzen von Cannabidiol
Studien legen nahe, dass Cannabidiol positive Wirkungen auf verschiedene Beschwerden haben kann, die unter anderem durch folgende Krankheiten ausgelöst werden:
Arthritis
Diabetes
Alkoholismus
Multiple Sklerose
chronische Schmerzen
Schizophrenie
Posttraumatische Belastungsstörung
Depressionen, Angsterkrankungen
antibiotikaresistente Infektionen
Epilepsie (vor allem beim Dravet-Syndrom und Lennox-Gastaut-Syndrom)


Cannabidiol interagiert mit den Rezeptoren im Endocannabinoid-System, sodass es eine vielfältige Wirkung haben kann. In der Literatur und in verschiedenen Studien finden sich Hinweise darauf, dass CBD eine entzündungshemmende Wirkung aufweisen kann. Weitere Studien haben auch eine schmerzstillende sowie angstlösende Wirkung gezeigt. Einer aktuellen Studie ist zu entnehmen, dass das Phytocannabinoid auch eine positive Wirkung auf aggressive Verhaltensweisen haben kann.


CBD-Produkte: Was ist CBD Öl?
CBD Öl darf nicht mit Hanf-Öl verwechselt werden. Denn Hanf-Öl wird aus den Samen des Nutzhanfs hergestellt und ist im Grunde ein Speiseöl. Cannabidiol-Öl (kurz: CBD Öl) wird aus den Hanfblüten oder -blättern hergestellt. Der THC-Gehalt muss in Österreich unter 0,3 Prozent liegen.


Um die CBD-Extrakte zu gewinnen, kommt die schonende CO2-Extraktion zum Einsatz. Hierbei bleiben die natürlichen Inhaltsstoffe des Cannabis erhalten. Eine weitere Methode, um das Hanf-Extrakt bzw. CBD-Extrakt zu gewinnen, ist die Isolation und Reinigung des Cannabidiols aus Cannabis. Infolge dessen entstehen CBD-Kristalle, die bis zu 99,9 Prozent aus Cannabidiol bestehen. Alle anderen Inhaltsstoffe aus Cannabis gehen hier jedoch verloren.


CBD Öl ist in unterschiedlich hohen Konzentrationen erhältlich. Oftmals wird das CBD Öl mit 2,5 und 10 Prozent angeboten. Um die Wirkung des CBD Öls auszutesten, kann mit einem niedrig potenten CBD Öl begonnen werden. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die Wirkung nicht stärker wird, je höher die Konzentration ist.


Neben dem CBD Öl sind auch inzwischen weitere CBD-Produkte erhältlich. Hierzu gehören zum Beispiel CBD Tees, Kapseln, Kaugummis und CBD-haltige Cremes.


CBD Tees sind eine günstige Alternative zu CBD Ölen. Hierbei muss auf die richtige Aktivierung des Cannabidiols geachtet werden. Dies geschieht mittels der sogenannten Decarboxylierung. 


Ein Vorteil des CBD-Tees im Vergleich zu Produkten mit isoliertem CBD: In einem CBD-reichen Tee aus Hanf finden sich neben dem CBD noch viele weitere Inhaltsstoffe. Wie israelische Forscher herausfanden, verhelfen diese dem CBD zu einer besseren Wirkung.


Erfahren Sie hier mehr über unseren CBD-Tee Hanf Toni.


Quellen:
Leafly - Das Wissensportal über Cannabis als Medizin
The Lautenberg Center for General and Tumor Immunology, The Hadassah Medical School, The Hebrew University of Jerusalem, Jerusalem, Israel


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